Die Gründung

Der FC-Adliswil wurde an einem Fastnachtssonntag (kein Witz!), genauer am 11. März 1911, gegründet. Die ersten 8 Gründungsmitglieder waren: Jakob Hunziker, Ernst Spalinger, Jean Kölla, Jakob Huber, Jean Ringger, E. Wolfensberger, E. Fehr und Gottfried Homberger.

Wobei einer von uns auf den Einfall kam, wie wäre es jetzt, wenn wir wieder einen Club gründen würden, was dann unter einigen Bedenken angenommen wurde. Nachdem wir noch einige Freunde und Kollegen von unserem Vorhaben in Kenntnis gesetzt haben, erliessen wir einen Aufruf im Sihltaler, wozu wir alle Sportfreunde zu einer Versammlung freundlichst einluden. Bei dieser nun am März 11. stattgefundenen Versammlung sind wir unserer 8 Mann zusammen gekommen und haben dann auch den Club gegründet.

Schon im Gründungsjahr entstanden Probleme, die dem jungen Club das noch sehr schwach flackernde Lebenslichtlein fast wieder ausgelöscht hätten.

Platzprobleme

Nun hiess es, nach einem geeigneten Platz Umschau zu halten. Das war nach unserer Ansicht noch das Wenigste. Wir sollten aber bald anderer Meinung werden. Der erste in Betracht kommende Platz war der des Herrn Bucheli. Von freudiger Hoffnung erfüllt, warteten wir diesem Mann mit unserer Angelegenheit auf, aber oh wehe, kaum hatten wirs heraus, da hiess es schon, tut mir leid, kann nicht dienen, brauche diese Wiese für mich selbst..." "Also in der besten Hoffnung begaben wir uns nun zu Herrn Günthardt, um mit ihm die näheren Bestimmungen über Preis etc. abzumachen. Nun kommt etwas, macht Euch gefasst, dass ihr nicht von den Stühlen fällt, mir wäre es beinahe so gegangen, nicht etwa von dem guten Most, den wir bekommen hatten, nein aber von dem Preis, den er für den sowieso nicht schönen Platz verlangte, sage und schreibe Franken 350.-- im Minimum. Also vielleicht wenns drauf und dran gekommen wäre noch mehr, das hiess natürlich sich selbst den Hals abschneiden. Dazu war mein, der Esel voraus, und den anderen ihr Leben noch zu liebe, als dass wir es getan hätten. Also bekanntlich wieder mal nichts."

So war die junge Mannschaft in den Gründungsjahren immer auf der Wanderschaft. Sie spielte zuerst in der Sihlau, dann an der Zürichstrasse bis sie per eingeschriebenem Brief weggewiesen wurde, anschliessend auf verschiedenen Plätzen im Sood. Schliesslich gelang es ihr, im Grüt ein Stück Land zu mieten. In harter Fronarbeit wurde ein erster fester Fussballplatz erstellt, der bis zum Jahr 1924 Heimplatz des FC Adliswil blieb. Der erste feste Fussballplatz im Grüt, Sicht Richtung Wollishofen.

Erste Sportliche Grosstaten

Das erste nennenswerte Spiel des FC Adliswil wurde am Kirchweihsonntag 1911 gegen den FC Stäfa ausgetragen und auf dem Platz beim Pumpenwerk ehrenvoll 1:2 verloren. Das zweite Spiel gegen den FC Thalwil wurde ebenfalls klar verloren. Trotz dieser Niederlagen zu Beginn belegten die Sihltaler einen beachtenswerten 3. Platz in der Serie D, was für einen sogenannten Landclub lobenswert empfunden wurde.

Die Kriegsjahre 1914 - 1918

Die Kriegsjahre 1914 - 1918 zeigten auch im jungen FC Adliswil deutliche Spuren. Sportliche Ziele traten in den Hintergrund, infolge Aktivdienst fast der ganzen ersten Mannschaft konnte der Sportbetrieb nur sehr mühsam aufrecht erhalten werden. Es ist darum umso beachtlicher, dass auch in diesen schweren Zeiten einige sportliche Höhepunkte zu verzeichnen waren: So gewannen die Sihltaler im Jahr 1915 ein zu jener Zeit so beliebtes Sechsertournier in Arth am See (Captain R. Schlumpf), nachdem sie am Vormittag in Zürich in einem gleichen Turnier schmächlich ausgeschieden waren.

Im gleichen Jahr wurde der Aufstieg in die Serie C gewagt, wo nach etlichen Misserfolgen im Jahre 1917 der 1. Rang erreicht werden konnte. Infolge Abwesenheit fast aller Spieler musste im nächsten Jahr wieder in der Serie D gespielt werden.

Personelle Probleme

Aber auch andere Sorgen drückten den noch jungen Verein. Probleme, die gar nicht so altmodisch sind. So warnte im Jahre 1916 der Berichterstatter mit folgemdem markanten Aufruf vor Mitgliedern, die ihren Verpflichtungen nicht nachkamen: "WARNUNG VOR SOLCHEN WICHTEN".

Oder so jammerte der Vizepräsident im Jahr 1918 über die Mitgliederbewegung: "Ein sehr interessantes Bild könnte man über dieses Thema schreiben, wollte man alle Ein-, Aus- und Übertritte samt ihren verschiedenartigen Gründen hier wiedergeben. Fast keine Monatsversammlungen ohne Austritte. Da möchte ich allen zurufen, folget ihnen nicht. Wollten diese Herren Flüchtlinge in ihren Austrittserklärungen die Wahrheit schreiben, so wären, glaube ich kaum, 90% statutengemäss."

Es ist ein etwas betrübliches Bild, wenn man die Mitgliederlisten von 1913 mit den heutigen vergleicht:

Mitglieder 1913: 39 Aktive, 16 Passive, 47 Ehrenmitglieder, 17 Junioren

Mitglieder 1918: 16 Aktive, 35 Passive

Es sollte sich jedes Mitglied zur Pflicht machen, den Bestand wieder zu erhöhen.