1945/46

Zufolge nationalistischer Umtriebe werden 300 Familien aus dem Kanton Zürich aus der Schweiz ausgewiesen unter anderem auch eine Familie aus Adliswil.

Infolge einer Krise im Vorstand ist für die Saison 1945/46 kein Jahresbericht vorhanden.

Immerhin kann festgehalten werden, dass im August 1945 der neue Gemeindesportplatz Sood mit einem rauschenden Fest eingeweiht wurde und dass die erste Mannschaft nach zweijähriger Zugehörigkeit wieder aus der 1. Liga abstieg.

1946/47

Der neue Vizepräsident Oskar Hauser schilderte in seinem Jahresbericht 1946/47 die Lage des FC Adliswil wie folgt: "Noch ist mir in guter Erinnerung, als wir am 22. Juni 1946 unsere Schritte dem Restaurant Bahnhof zulenkten. Gelingt es oder gelingt es nicht, war die Frage, die sich gewiss ein jeder im Herzen trug, als einige Tage vor der GV der Vorstand mit einer 39-zeiligen Einladung, gleich einem Appell in letzter Stunde, an die Mitglieder gelangte. Jawohl es war in höchster Not geschehen, denn kein Windlein blies mehr in den Segel. Einsam und verlassen fühlte sich der kleine Rest des Vorstandes, alle Bemühungen scheiterten, einen Mann zu finden, der das Steuer in die Hände nahm. So musste die Stunde abgewartete werden, in der sich das Schicksal entschied. Der Abstieg, die Vorstandskrise, ein Loch in der Kasse, kein Glück mehr auf dem Rasen, all das lastete schwer auf den Gemütern..."

Trotz diesen pessimistischen Aussichten wurde an jener denkwürdigen Sitzung ein neuer Vorstand mit Präsident Walter Dindo an der Spitze gewählt, der die Geschicke des Clubs zielbewusst und effizient an die Hand nahm. So eilte zum Beispiel die 1. Mannschaft nach einem relativ schwachen Start von Sieg zu Sieg und erreichte einen feinen 2. Platz in der zweiten Liga. Trainer war zur Zeit Ferdinand Rigo.

Die Junioren-B erreichten mit 12 Siegen und zwei Unentschieden sogar die Gruppenmeisterschaft.

1947/48

Das Restaurant Grundstein wird neu eröffnet. Es wirtet nun Mary Günthard.

Die Abstimmung über das volle Frauenstimmrecht ergibt folgende Resultate: Kanton Zürich: 25'248 JA / 64'604 NEIN. Adliswil: 266 JA / 1'062 NEIN.

Eine Schreckensnachricht erreichte im Herbst 1947 Adliswil und ganz speziell den FCA. Die Ermordung des langjährigen Aktiv-, Vorstands- und nun Freimitgliedes Robert Hegetschwiler jun., Posthalter in Urdorf lähmte während langer Zeit die Aktivitäten. Der Schreck wurde noch grösser, als bekannt wurde, dass das Verbrechen durch einen Freund, ebenfalls ein jahrelanges Mitglied des FCA begangen wurde.

Trotz dieser niederdrückenden Nachrichten gestaltete sich auch die Saison 1947/48 recht erfolgreich. Die verjüngte 1. Mannschaft erreichte wie im Vorjahr den bemerkenswerten 2. Platz.

Beste Torschützen in jenem Jahr waren: Jacques Jucker (13 Tore), Werner Lüscher (11 Tore) und Hans Hirt (10 Tore)

In der von Alfred Halbheer betreuten Schülermannschaft, die je 5 Spiele gewonnen und verloren hatte, wirkten junge Spieler mit, die für die weitere Geschichte des FCA mitbestimmend wurden: Erwin Forte, René Minder, Roger Durous, Otto Gille jun., Godi Haas...um nur einige zu nennen. Nach einigen Jahren Unterbruch hatte der FCA über die Pfingsttage 1948 mit dem FC Urfahr-Linz wieder eine ausländische Mannschaft zu Gast. Zudem konnte nach einer kriegsbedingten siebenjährigen Pause das 2. Vereinsturnier am Chilbisonntag 1947 durchgeführt werden, das den Turnverein als Sieger sah.

Bedingt durch Platzarbeiten musste das 3. Turnier 1948 auf den 1. und 2. Mai vorverlegt werden, das vom Männerchor gewonnen wurde. Der Nettoerlös der Regiewirte Gille/Preisig betrug stolze Fr. 700.-

Sportfreundlich zeigte sich auch die Gemeindebehörde von Adliswil, erhielt doch der FCA eine schon lang ersehnte Platzbeleuchtung bestehend aus 3 Scheinwerfern.

1948/49

Ob alle Fussballer dem seinerzeit sehr kühnen und grosszügigen Projekt, dem Bau des neuen Schwimmbades, die Unterstützung gegeben haben, verschwieg der von Vizepräsident Jost Kamm verfasset Jahresbericht 1948/49. Dafür berichtete er von einer ersten Mannschaft, die den Saisonstart gründlich verschlief, ohne Trainer die ersten Spiele bestreiten musste und erst durch die Mitwirkung von Paul Rüegsegger zuerst als Trainer und dann auch als Spieler so motiveirt werden konnte, dass der Ligaerhalt nicht mehr in Frage stand.

Zur Sanierung der immer noch darbenden Vereinskasse wurden folgende Anlässe durchgeführt: Preiskegeln in der Krone, Durchführung der Adliswiler Fasnacht und des 3. Vereinsturniers. Neuer Präsident wurde im Berichtsjahr Fritz Velder.

1949/50

Am 2./3. Juli 1949 wird das Schulhaus Kronenwiese festlich eingeweiht. Im Herbst erscheint im Sihltaler ein Aufruf zum freiwilligen Frondienst auf dem Bauplatz Schwimmbad, der von vielen befolgt wurde. Gemeinderat Alois Günthard filmte die historischen Einsätze.

Verletzungssorgen, Interesselosigkeit mehrere Spieler, mangelnde Einsatzbereitschaft führten zu einer sehr schlechten Tabellenlage der 1. Mannschaft. Mitten in der Saison strich auch Trainer Paul Rüegsegger resignierend die Segel, an dessen Stelle Karl Welti glücklicherweise ad interim einsprang und mit der Mannschaft doch noch den Ligaerhalt schaffte.

In dieser Situation richtete der Vorstand folgenden Appell an die Mitglieder: Wird der FC Adliswil in der kommenden Saison von Anfang an jene Spitzenposition einnehmen, die ihm gebührt, so wird das in der Gemeinde einen neuen Auftrieb für unseren geliebten Fussballsport bedeuten. Nur im Schatten der heutigen grossen Zwei /Turnen und Radsport) zu vegetieren, ist nicht unsere Art und darum ergeht an Aktive und Mitglieder der Appell, sich in der kommenden Saison restlos für den FC Adliswil einzusetzen.

1950/51

Das Projekt einer Felseneggbahn taucht wieder auf. Wurde vor 20 Jahren von einer Standseilbahn gesprochen, so handelt es sich jetzt um eine Schwebebahn; geplant sind zwei Zwischenstützen. Der Gemeinderat beführwortet das Projekt.

Am 31.12.1950 tritt Posthalter Robert Hegetschwiler zurück. Er versah diesen Posten seit dem 1. April 1924. Sein Nachfolger ist J. Huser.

Ein neuer Vorstand unter dem resoluten Präsidenten Karl Hotz war rasch dafür verantwortlich, dass wieder genügend Wind in die schlaffen Segel des FCA kam. Zwar wurde im allgemeinen Trubel der Vorsaison die Anmeldung für den Schweizercup verpasst, doch hat sich dieses Missgeschick sportlich nicht nachteilig ausgewirkt, erreichte doch die in der vorangehenden Saison so glücklose 1. Mannschaft einen ehrenvollen 3. Platz.

Beschämend empfand der verantwortliche Vorstand selbst, dass infolge katastrophalen Schwundes des Juniorbestandes keine einzige Junioren-Mannschaft gemeldet werden konnte. Dieser Zustand musste sobald als möglich geändert werden.

Höhepunkt bildete die Feier zum 40 Jahre Jubiläum kombiniert mit dem Vereinsturnier. Die Veranstaltung war in jeder Beziehung - sportlich, kameradschaftlich und nicht zuletzt auch finanziell ein Volltreffer. Auch das Propagandaspiel gegen die nahezu komplette Mannschaft der Grasshoppers vermochte trotz der klaren 3:8 Niederlage die zahlreichen Zuschauer zu begeistern.

1951/52

Der neue Radweltmeister Ferdi Kübler wird nach seinem Sieg in Varese im Triumph durchs Dorfe geführt und im Grüt gebührend gewürdigt.

Der ACS führt am 22./23. September 1951 das Albisrennen für Motorräder und Automobile durch. Schnellster Teilnehmer war Rudolf Fischer auf Ferrari.

Alfred Halbherr, Max Gonzaga und Jaques Jucker waren die Hauptverantwortlichen, dass zum ersten Mal in der Geschichte des FC Adliswil 3 Junioren-Mannschaften in 3 Kategorien gemeldet werden konnten.Alle Mannschaften schlugen sich sehr achtbar vor allem die Jüngsten in der C-Klasse, die im Kampf um den Gruppenmeistertitel erst nach zwei zusätzlichen Entscheidungsspielen gegen die Grasshoppers knapp unterlagen.

Die erste Mannschaft - mit Aspirationen auf den Gruppenmeistertitel gestartet - musste diese nach Niederlagen gegen Küsnacht, Lachen und Altdorf und nach drei verschenkten Punkten gegen den Tabellenletzten Langnau bald begraben. Immerhin reichten die gezeigten Leistungen zu einem beachtenswerten 4. Platz.

Nur 5 Punkte aus 18 Spielen reichten der 2. Mannschaft leider nicht aus, um sich den Verbleib in der 3. Liga zu sichern.

Ausserhalb des Spielfeldes ragte der Bezug des neuen "Umkleidelokals" beim Sportplatz Sood heraus. Dank dem Fonds des Sport-Totos und dem Entgegenkommen der sportlich gesinnten Adliswiler Gemeindebehörde war ein Werk entstanden, das sich wirklich sehen lassen konnte.

1952/53

Im Sommer 1952 wird das "alte Schulhaus" abgebrochen. Die Glocke wird von Fritz Jucker erworben und damit vor dem Verschrotten bewahrt.

Am 1. Dezember 1952 wird das Postgebäude Bahnhofplatz in Betrieb genommen. Das alte Gebäude an der Albisstrasse genügte schon seit einiger Zeit nicht mehr.

Die Saison 1952/53 bleibt als Zittersaison in Erinnerung, konnte die 1. Mannschaft doch erst in den beiden letzten Gruppenspielen den Ligaerhalt schaffen. Nur Glück, dass der FCA in diesen alles entscheideneden Spielen auf Gegner gestossen ist, die nichts mehr zu gewinnen und nichts mehr zu verlieren hatten. Ein besonderes Kränzchen ist dabei den Ehrenmitgliedern Karl Welti und Jacques Jucker zu widmen, die trotz ihrer "alten Fussballerknochen" nochmals mit grossem Einsatz und gutem Erfolg mitgeholfen haben, den Club vor dem Abstieg zu bewahren.

Erfreulich war auch, dass es der neuen Vorstandscrew unter Dolfo Gonzaga gelungen ist, die vielen Schwierigkeiten zu überbrücken und dank einem prächtig gelungenem Vereinsturnier mit einem unterhaltsamen Jekami-Abend in der feierlich geschmückten Lagerhalle der Firma Bosshard beim Bahnhof Sood sogar einen positiven Rechnungsabschluss vorzulegen.

1953/54

Alois Günthard wird Nachfolger des im Alter von 74 Jahren verstorbenen Gemeindepräsidenten Hch: Huber.

Am 6. Mai 1954 wird der Sunne-Saal "en famille" und am Samstag 8. Mai unter dem Motto "Alles macht mit" von der Öffentlichkeit eingeweiht.

Den Jahresbericht 1953/54 würde man am besten mit dem Sprichwort: "man soll den Tag nicht vor dem Abend loben" umschreiben. Der Spielerzuwachs und der Saisonbeginn war so vielversprechend, dass man bös ausgelacht worden wäre, hätte man vorausgesagt, dass die 1. Mannschaft wiederum mit einem winzigen Pünktchen Vorsprung auf den Letzten dem Abstieg entrinnen würde.

Mit verdienten Siegen gegen Affoltern a.A. und Töss gelangte die Elf in die 1. Hauptrunde des Schweizercups. Nach hartem Kampf gegen den alten Rivalen Lachen blieb die Elf auch in diesem Spiel in der Verlängerung siegreich. Als attraktiver Gegner wurde dem FCA der FC Baden zugelost. Die Nachricht, mitten in den Vorbereitungen zu diesem Spiel, dass das Spiel gegen Lachen nachträglich infolge verspätetem Spielbeginn forfait verloren ging, schlug dann tatsächlich wie eine Bombe ein. Diese unverdiente Niederlage am grünen Tisch und der damit verbundene Einnahmeausfall machte der Mannschaft so schwer zu schaffen, dass die Leistungen ab sofort rapide zurückgingen.

Trotz eines Trainerwechsels - der neue Mann war Ferdinand Rigo - musste das Team bis zum Meisterschaftsende bangen; erst ein Sieg im letzten Spiel gegen Höngg (3:1) sicherte den Ligaerhalt. Mehr Freude brachte den Verantwortlichen die 2. Mannschaft, der unter Captain Fredi Brändli der Aufstieg in die 3. Liga gelang.

1954/55

An den Radweltmeisterschaften 1954 in Solingen sind drei Adliswiler selektioniert: Ferdi Kübler, Rolf Graf und René Minder.

Das Verkehrsdepartement nimmt am 17. Dezember 1954 die Seilbahnanlage Adliswil - Felsenegg ab. Die Eröffnung ist auf den 29. Dezember 1954 angesetzt. Die Bahn befördert am Neujahrstag 1675, am Berchtoldstag 2828 Passagiere.

So wies mit den neuen Kabinen der Felseneggbahn mühelos und schnell den Berg hinauf ging, so rapide gings mit den Aktivmannschaften des FCA bergab. So musste Präsident Edwin Vogt an der GV vom 23. Juli 1955 eine sportliche Bilanz präsentieren, die kaum schlechter hätte ausfallen können.

Alle 3 Aktivmannschaften auf dem letzten Tabellenplatz; Abstieg für die erste Mannschaft in die 3. Liga, Abstieg für die zweite Mannschaft in die 4. Liga. Wo waren die Gründe zu diesem sportlichen Desaster zu suchen? Ein Trainerwechsel mitten in der Vorrunde, anstelle von Ferdinand Rigo traten Traugi Matter und Jacques Jucker, hat einige Unruhe in die 1. Mannschaft gebracht. Hauptübel war aber ganz sicher das mangelnde Interesse der Aktiven gegenüber dem Verein. Die Trainingsliste sagt über diesen Punkt alles aus.

Von 36 Trainings besuchten: Angelo Costeniero: 32, Romeo Benedetti: 30, Alfred Brändli: 24, 5 Spieler: 20 - 22, 19 Spieler: 10 - 19, 19 Spieler: 1 - 9. Ein weiterer Kommentar erübrigt sich.

Ein Lichtpunkt in diesem tristen Jahr war das von Hans Iseli erstmals organisierte Schülerturnier, das bei Lehrern und Schülern mit Begeisterung aufgenommen wurde. Vorbildlich für alle, wie die kleinen Knirpse mit Fairness und riesigem Einsatz um jeden Ball kämpften.